Wälder und Bäume

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Größere, dicht mit Bäumen bewachsene Landflächen spielen eine entscheidende Rolle bei der Sauerstoffproduktion und der Filterung der Luft. Sie sind daher für tierisches Leben an Land essenziell. Die ältesten fossilen Nachweise für Wälder sind ~390 Millionen Jahre alt.

Viele Waldbäume der geologischen Vergangenheit sahen allerdings ganz anders aus und gehörten zu anderen Pflanzengruppen als die waldbildenden Bäume heute. So hatten zum Beispiel die ältesten Bäume noch gar keine Blätter. Im Laufe ihrer Evolution entwickelten die Pflanzen zudem ganz unterschiedliche Strategien einen Stamm zu bilden.

Hier zeigen wir Fossilien baumförmiger Pflanzen aus verschiedenen Abschnitten der Erdgeschichte und geben Einblicke in den Bau ihrer Stämme.

Ein besonderes Exemplar aus der Vitrine:

Stamm eines Schachtelhalmgewächses

Equisetites arenaceus (Jaeger) Schenk
Länge des Fossils: ~58 cm

Das Fossil des Monats ist diesmal ein imposantes Stück aus unserer Alten Sammlung, welches bereits 1865 durch K.E. von Schafhäutl wissenschaftlich beschrieben wurde. Es handelt sich um den unteren Teil eines Stammes eines Schachtelhalmgewächses aus der Gattung Equisetites Sternberg. Dieser überwiegend mesozoischen (Trias–Kreide) Gattung gehörten Pflanzen an, deren äußere Gestalt an heutige Schachtelhalme erinnert, die jedoch zum Teil stattliche Höhen von bis zu 6 m erreichten; die größten heutigen Schachtelhalme werden kaum mehr als 2–3 m hoch. Equisetites-Pflanzen bestanden aus unterirdischen Kriechsprossen (Rhizomen) und aufrechten, oberirdischen, nicht verzweigten oder verzweigten Luftsprossen oder Stämmen von bis zu 20 cm Durchmesser. Die Stämme waren regelmäßig in Knoten (Nodien) und dazwischen liegende Internodien unterteilt – ein charakteristisches Merkmal aller Schachtelhalmgewächse (Sphenophyta). An jedem Nodium trug Equisetites einen Kranz (Wirtel) aus kleinen Blättern, die an den Seiten miteinander verwachsen waren, wodurch eine Blattscheide entstand, die wie eine Manschette das Nodium umfasste; solche Blattscheiden sind im oberen Teil unseres Fossils noch teilweise erhalten. Gut zu erkennen ist auch, dass der Stamm in unregelmäßiger Folge Wurzeln oder Äste bildete, von denen die rundlichen Ansatzstellen noch erhalten sind.


Unser Fossil des Monats gehört zur Art Equisetites arenaceus (Jaeger) Schenk, dem wohl bekanntesten Vertreter der Gattung Equisetites aus der Obertrias Mitteleuropas. Erhalten ist der Stamm in Form einer Kombination aus Steinkern und Abdruck: Der Innenraum des zu Lebzeiten hohlen Stamms füllte sich nach dem Absterben mit Sediment, und diese im Laufe der Zeit zu Stein gewordene Ausfüllung ist nach dem Verrotten der organischen Substanz als Steinkern erhalten geblieben. Auf der Oberfläche des Steinkerns haben sich Teile von Blattscheiden als Abdrücke erhalten. Equisetites arenaceus war einer der größten Vertreter der Schachtelhalmgewächse im Mesozoikum Europas. Kaum jedoch konnte diese Pflanze an die Statur ihrer karbonischen Verwandten, den Calamiten, heranreichen, von denen Stämme mit mehr als 50 cm Durchmesser bekannt sind und die zum Teil eine Höhe von mehr als 20 m erreichten.

Werksandstein, Unterer Keuper, Obere Trias (ca. 220 Millionen Jahre)
Ermetzhofen östlich von Uffenheim, Mittelfranken, Deutschland

Michael Krings, München