Silur-Devon

Silur und Devon waren Zeiten außergewöhnlich hoher Meeresspiegelstände und eines globalen Treibhausklimas, das weit über dem Niveau des Holozäns (heute) lag. Silur und Devon markieren zudem die maximale Ausdehnung der Riffbildung durch Metazoen (vielzellige Tiere) im gesamten Phanerozoikum (Kambrium-heute) sowie den Höhepunkt der Biodiversität von Korallen- und Schwammriffen. Es bildeten sich gigantische tropische Riffgürtel aus Barriere- und Plattformriffen, die sich über mehr als 2.000 km hinzogen. Die Riffgemeinschaft des mittleren Paläozoikums entstand im späten Ordovizium und löste das von Schlammhügeln („Mud Mounds“) dominierte Riffspektrum des Kambriums und Ordoviziums ab. Die wichtigsten riffbildenden Organismen waren altertümliche Korallen (Rugosa und Tabulata) sowie Schwämme mit massiven Kalkskeletten (Stromatoporen). Die Riffkrise im oberen Devon wurde ausgelöst durch Vergletscherungen, den Rückgang von flachen Meeresarealen im Zuge eines sinkendem Meeresspiegels sowie steigende Sauerstoffgehalte (gekoppelt mit sinkenden atmosphärischen CO2-Konzentrationen) durch das Auftreten der ersten Regenwälder aus Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyten), die am Ende des Devons klimatische Eishaus-Phasen forcierten.

1: koloniale Runzelkoralle (Rugosa) Strombodes sp.2: Trilobit (“Dreilapper”) Dicranurus monstrosus

3: solitäre Runzelkoralle (Rugosa) Goniophyllum pyramidale

4: solitäre Runzelkoralle (Rugosa) Acanthophyllum sp.

5: Nautilider Kopffüßer Orthoceras sp.

6: Bödenkoralle (Tabulata) Halysites sp.

7: koloniale Runzelkoralle (Rugosa) Disphyllum sp.

8: Bödenkoralle Alveolites sp.

9: früher Ammonit Erbenoceras sp.

10: koralliner Schwamm (Stromatopore)

11: Panzerfisch (Placodermi) Dunkleosteus sp.

Künstlerische Darstellung von Joschua Knüppe

Schwamm (Stromatoporen)-Korallen-Mikroben-Riff aus dem Silur
(Högklint-Formation, ca. 430 Millionen Jahre alt) der Insel Gotland (NW-Küste),
Schweden. Foto: SNSB-BSPG/Dieter U. Schmid.