Neogen (Miozän-Pliozän)

Das Miozän steht für den Übergang von der „alten Welt“ der Steinkorallen hin zu der modernen Welt der noch heute lebenden Steinkorallen-Arten. Zu Beginn des Miozäns, vor etwa 23 Millionen Jahren, herrschten in weiten Teilen der Erde deutlich wärmere und feuchtere klimatische Bedingungen als heute. Es gab eine Warmphase im mittleren Miozän, die sich in der Ausbreitung tropischer Vegetationszonen ausdrückte und auf die ein deutlicher globaler Temperaturrückgang folgte. Größere atmosphärische und ozeanische Temperaturgradienten führten letztendlich zur Entwaldung der Antarktis und einem stabilen südpolaren Eisschild im späten Miozän. Der sinkende Meeresspiegel führte zu einem globalen Rückgang der Schelfareale und Korallenriffe. Am Ende des Miozäns war das Mittelmeer nur mehr ein geschlossenes Evaporationsbecken ohne marines Leben (Messinische Salinitätskrise). Im Pliozän stieg der Meeresspiegel wieder und die Riffe erholten sich. Die Schließung der mittelamerikanischen Landbrücke sorgte für eine getrennte Entwicklung der indopazifischen und der atlantischen Korallenfaunen sowie, neben anderen Faktoren, für die Vereisung des Nordpols.

Seit dem mittleren Miozän befindet sich das Klimasystem der Erde in einem Glazialmodus, der vor allem durch starke Klimaschwankungen geprägt ist. Zu Beginn des Pleistozäns nahm die Vereisung ein solches Ausmaß an, dass sie die gesamte Erde erfasste (Eiszeitalter).

1: Steinkoralle Acropora sp.

2: Steinkoralle Meandrina sp.

3: Schnecke Persististrombus aldrichi

4: Seestern

5: Seeigel

6: inkrustierende Rotalgen (Corallinaceen)

7: Weichkorallen

8: Steinkoralle Siderastrea sp.

9: Falterfisch

10: Drückerfisch Balistes sp.

Künstlerische Darstellung von Joschua Knüppe